Jungreben
Am ersten Mai-Wochenende des Jahres werden im Birmenstorfer Rebberg - so dies denn notwendig wird - junge Reben gepflanzt. In diesem Jahr galt das auch für unsere beiden Parzellen, um die noch vorhandenen Lücken in den Reihen zu schliessen.
Eine Neupflanzung will gut vorbereitet sein. Bereits rund ein Jahr vorher wird der Bestand im Rebberg aufgenommen. Anschliessend erfolgt die Bestellung in der Rebschule.
Wenige Tage vor dem Einpflanzen treffen die jungen Reben per Post ein. Sie können in der Kartonkiste noch ein wenig gelagert werden, dazu sollte die Umgebungstemperatur aber 10 Grad nicht übersteigen.
Einen Tag vor der Pflanzung werden die Reben in den Rebberg transportiert und dort aus der Verpackung geholt. Wir hatten insgesamt 60 Setzlinge bestellt: 30x Satin Noir, 20x Sauvignac und 10x Cabernet Jura. Kostenpunkt pro Rebe: Neun Franken.
Die Jungpflanzen werden aus dem Plastiksack befreit, die Wurzeln etwas angeschnitten und anschliessend kommen sie in einen Kessel mit Wasser, damit sie sich vor der Pflanzung noch einmal richtig vollsaugen können. Über Nacht harren die 60 kleinen Reben dann im Rebhüsli der Dinge, die da kommen.
Das Wetter am Tag der Pflanzung können wir uns nicht aussuchen, es ist wie es ist: Diesmal vorsommerlich warm, im Rebberg schon fast heiss. Vor allem ist der Boden für diese Zeit im Jahr bereits sehr trocken, es mangelte den ganzen April lang an Regen. Heisst für uns an diesem Tag leichtes Tenü mit gutem Schuhwerk, mit dem harten Boden braucht es aber viel Kraft…und Schweiss.
Die Rebe muss möglichst tief in den Boden, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Nach dem das Loch ausgehoben ist, wird die Rebe - möglichst bereits jetzt mit ein weniger Wasserzugabe - positioniert, die Wurzeln dürfen nicht nach oben gebogen werden. Nun folgt die Erde, gut festgedrückt und ein zünftiger Schluck Wasser, das vom Brunnen per Giesskanne hochgetragen werden muss. Zum Abschluss wird die junge Rebe am Stickel mit einem kleinen Gummiband festgebunden.
60 junge Reben brauchen 60 Löcher brauchen 60 volle Giesskannen brauchen 60 Anbindeknoten. Nach rund vier Stunden waren die Jungreben in der Erde, gut gewässert und mit der Hoffnung, dass sie in den kommenden Wochen anwachsen und austreiben.